Aktuelles

Pressemitteilung

Berlin, 20.08.2020

Das schreit zum Himmel!

Das X-te soziale Projekt für Kinder - die Kleine Feuerwache – verliert seine Räume nahe des Potsdamer Platzes. Geht es nur noch um Verdrängung, Mietwucher und besteht das teure Berlin bald aus Quartieren ohne soziale Infrastruktur freier Träger?

Das Kinderprojekt „Kleine Feuerwache – Anhalter Treff“ verliert zurzeit seine Räumlichkeiten und sucht dringend eine neue Bleibe bzw. eine*n Vermieter*in mit Herz im Quartier Stresemannstraße-Köthener Straße – Hallesches Ufer. Der Verein möchte am eigenen Beispiel darauf aufmerksam machen, dass in teuren Quartieren die soziale Arbeit verschwindet und deshalb dringender städtischer Steuerungsbedarf besteht. Sonst besteht das teure Berlin bald aus Quartieren ohne soziale Infrastruktur freier Träger.

Seit 2003 führt der Alte Feuerwache e.V. am Anhalter Bahnhof Jugendsozialarbeit im gesetzlichen Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg in angemieteten Gewerberäumen durch. Seit dieser Zeit ist die von den Kindern liebevoll genannte „Kleine Feuerwache“ in der Bernburger Straße 35 eine bekannte Adresse für Kinder und Jugendliche, wo sie am Nachmittag an festen Gruppen teilnehmen, ihre Sorgen loswerden und Unterstützung und Beratung bei Schwierigkeiten und z.B. auch bei der Berufswahl erhalten. Da die Pädagog*innen viel im Stadtteil unterwegs sind und nach den Kindern schauen, intensiviert sich der Kontakt und sie reagieren auf destruktive Entwicklungen. Von vielen Kindern ist bekannt, dass sie durch die präsente Arbeit und die langjährige Kontinuität auf einen guten Weg geleitet werden konnten, der für einige Kinder immer mal wieder in Frage stand und nicht selbstverständlich ist. So trägt das Projekt entscheidend zum sozialen Frieden im Quartier bei.

Die „Kleine Feuerwache“, auch Anhalter Treff genannt, ist das einzige Projekt, dass der Bezirk in diesem Sozialraum zwischen Stresemannstraße, Köthener Straße und Halleschem Ufer anbieten kann. Obwohl seit Jahren der Bedarf erheblich größer ist, konnte kein weiteres oder größeres Angebot etabliert werden. Grund für die Unterversorgung sind u.a. die mangelnden räumlichen Möglichkeiten und die eklatenten Mieten, durch die soziale gemeinnützige Vereine kaum in dem Straßendreieck aktiv sein können.

Als der Verein die Räume in dem Privathaus anmietete, passte das sehr gut. Das Vermieterpaar war im Bund Deutscher Pfadfinder aktiv, aus dem sich auch der Alte Feuerwache e.V. heraus entwickelt hatte. So pflegte man ein gutes Verhältnis. Nun kündigte der Vermietersohn dem Verein überraschend die Räume und bei dem durch die Mieter ersuchten Gespräch war die Aussage, dass man ja in einigen Jahren das Haus abreißen und neu bauen wolle und für ein Projekt mit „solchen“ Kindern nicht wieder Räume bieten würde - dabei lag weder ein Antrag auf Abriss noch etwas gegen die Kinder vor. Die Kündigung laut Vermieter käme, weil man ja mit irgendeinem Mieter mal anfangen müsse. Aus Vereinssicht kann doch eine Kündigung eines so wichtigen Projektes nicht so einfach und lapidar sein.

Die Suche nach neuen Räumen zeigte sich ernüchternd. Das Projekt und auch das Jugendamt sind auf Räume in diesem Sozialraum angewiesen, da hier das Angebot gesetzlich vorgesehen ist und benötigt wird. Die Vereinsmitarbeitenden mussten feststellen, dass es schlicht keine Räume zum Mieten gibt. Ein einziges Objekt in dieser Innenstadtlage wurde gefunden, das aber wollte die 2,5 fache Miete und dazu 5000 Euro Provision. Das übersteigt bei weitem die Möglichkeiten eines gemeinnützigen Vereins.

Am Ende kann das dem Bezirk und der Stadt nicht egal sein, denn genau genommen bezahlen sie die Miete, sodass man nur fordern kann, dass städtische Gebäude und Räume erhalten werden müssen, um die eigenen Aufgaben selbst oder im Auftrag an freie Träger durch sie zu erfüllen. Eine vorausschauende Stadtplanung hat das längst erkannt und Gebäude behalten oder zurückgekauft.

Zum anderen muss es neue Regelungen für Gewerbeverträge mindestens von sozialen Einrichtungen geben, deren Kündigung mindestens begründbar sein muss und Mietwucher und Geldgier ausschließt. Stattdessen muss gesetzlich die Mischung von sozialen Angeboten in Stadtquartieren zumindest so gesteuert werden, dass eine soziale Angebotsvielfalt bestehen bleibt und ganze Arbeitsfelder nicht komplett verschwinden. Es muss also einen Schutz und einen Vorrang für soziale und vergleichbare Projekte geben, insbesondere wenn sie öffentliche Pflichtaufgaben erfüllen müssen.

Pressekontakt:
Alte Feuerwache e.V.
Tel. 030-25399210
mailbox@alte-feuerwache.de
www.alte-feuerwache.de

Unsere Hall of Fame hat sich entblättert.

... Schicht um Schicht - immer wieder überschriebene und wiederbeschriebene Graffitikultur. Etliche Lagen verweisen auf die Spuren der Graffitikunst der letzten 20 Jahre. Was zum Vorschein kam könnt Ihr in der Bildergalerie bestaunen ...

Academy die unsichtbarkeit

Performance zum Gedenken der Opfer des Holocaust.

Die ACADEMY – Bühnenkunstschule & Produktionshaus & das Theater na de Dam/Amsterdam laden ein zu einer Performance anlässlich des 75. Jahrestag der Befreiuung von Auschwitz & im Rahmen des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Während der Nazizeit mussten sich jüdische Menschen unsichtbar machen, um zu überleben. Nach 1945 mussten sie um Sichtbarkeit kämpfen in einer Gesellschaft, die ihre Verbrechen gerne vergessen würde. Teilweise bis heute.

Wie können wir Unsichtbares sichtbar machen? Wir haben Zeitzeug*innen befragt, diskutiert, geschwiegen und gespielt. Vier Wochen haben wir nach Formen des Erinnerns gesucht.

Reservierung theaternadedamberlin@outlook.c.om
http://academy-buehnenkunstsch...

D A N K E S C H Ö N !

Das Sponsoring unserers Projektes „Elektroantrieb für das Soundbike“ im Rahmen des GASAG UmweltEUR für Berliner Klima & Umweltschutzprojekte war ein voller Erfolg! Danke an Alle die unser Projekt im Rahmen des GASAG UmweltEUR unterstützt und fleißig gevotet haben!

https://www.gasag-umwelt.de/organization/alte-feuerwache-ev/

Soundbike
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WIR MACHEN MIT: Taufe unserer SIRENE - unserem freien Lastenrad der fLotte Berlin.

Mit unserem freien Lastenrad SIRENE der fLotte, einer Initiative des ADFC Berlin, beteiligt sich der Alte Feuerwache e.V. ein Stück mit an der Verkehrswende auf der Straße. Lastenräder sind umweltfreundliche Fahrzeuge und rollende Botschafter für eine menschengerechte Mobilität.

TEILEN statt BESITZEN: Für eure kleinen und großen Lasten steht Euch SIRENE ab Januar und die anderen Lastenräder der fLotte schon jetzt und ihrer Partner kostenlos zum Ausleihen bereit. So einfach seid ihr dabei: registrieren, das passende Lastenrad am passenden Standort buchen und los geht’s!

Spendenuebergabe Alte Feuerwache CB1575632998

Die Amazon Weihnachtsspendenlieferung am 5.Dezember 2019 im Café brennBar

Stephan Eichenseher (links), Unternehmenssprecher bei Amazon, übergibt Amazons Spende an Anne Haertel vom Alte Feuerwache e.V. Eine gelungene Veranstaltung für alle Kinder zusammen mit Joelina Drews, Amazon & der Alten Feuerwache. Danke an Alle, die uns unterstützt haben!

Und für ein bisschen mehr Feeling ... https://blog.aboutamazon.de/logistikzentren/hilfe-die-ankommt-die-amazon-weihnachtsspendenlieferungen

"Demokratie Leben" - Offener Brief an die Bundesministerin Frau Dr. Franziska Giffey.

Zahlreiche Anträge von Organisationen, die eine sehr erfolgreiche Arbeit im Bereich der Demokratiebildung machen und sich um eine neue Förderung des Bundesprogramms „Demokratie leben“ beworben haben, wurden abgelehnt. Die Verteilung der Fördermittel mit der einhergehenden Ablehnung der Anträge der meisten zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich im Bereich der Demokratieförderung engagieren, produziert ebenso viele Fragen wie Unverständnis. Aus diesem Grund und in Anbetracht des Angriffs auf die Jüdische Synagoge in Halle und die wahllose Ermordung unschuldiger Menschen haben zahlreiche Träger folgenden Offenen Brief an die zuständige Bundesministerin Frau Dr. Giffey verfasst, den auch wir als Verein unterzeichnet haben.

An Demokratieförderung spart man nicht – schon gar nicht jetzt. Breites Bündnis fordert mehr Geld für Demokratieprogramm

Die Kritik an der Bundesregierung und ihrem Demokratieförderprogramm wächst. Rund 120 Organisationen der Zivilgesellschaft sowie rund 120 Unterstützer*innen fordern Familienministerin Franziska Giffey (SPD) am Freitag in einem offenen Brief dazu auf, mehr Geld für „Demokratie leben!“ bereitzustellen: 200 Millionen Euro jährlich statt der bisher zugesagten 115 Millionen Euro sollen vor allem Modellprojekten für deren Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und Extremismus zukommen. In seiner jetzigen Form spalte das Bundesförderprogramm die Zivilgesellschaft in Konkurrenten um die wenigen Projektgelder, so die Unterzeichner*innen.

Zum Hintergrund: In den vergangenen fünf Jahren hat „Demokratie leben!“ etwa 400 Modellprojekte gefördert. Nun sollen nur noch rund 100 dieser innovativen Projekte gefördert werden. Eine Vielzahl zivilgesellschaftlicher Träger kann nun keine Förderung beantragen. Einige von ihnen arbeiten bereits seit Mitte der 2000er Jahre in ihrem Feld, der Wegfall der Gelder ist für viele existenzbedrohend. Die Unterzeichner*innen kritisieren: „Dass das Ministerium sich gerade jetzt einer seiner größten Erfolgsgeschichten beraubt, halten wir für falsch. Es braucht mehr Zivilgesellschaft, mehr Engagement, mehr Kompetenz, mehr Erfahrungstransfer, mehr Ermutigung für Minderheitengruppen – und nicht weniger.“

Die Absagen stehen, so die Unterzeichner*innen, in eklatantem Widerspruch zu aktuellen Herausforderungen wie rechtsextremem Terror. Ferda Ataman von den „neuen deutschen organisationen“ sagt: „Gerade jetzt darf die Bundespolitik nicht an Demokratieförderung sparen, sie war nie notwendiger als jetzt. Es ist außerdem günstiger, in Gesellschaftspolitik zu investieren, als ständig die Sicherheitsmaßnahmen hochschrauben zu müssen.“

Auch die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus ist von den Kürzungen massiv betroffen. Seit über 15 Jahren entwickelt sie Konzepte zu aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus, insbesondere für die Arbeit in muslimisch- sozialisierten Milieus. Direktor Aycan Demirel warnt: „Viele unserer Projekte, unter anderem auch die wichtige Basisarbeit in Moscheegemeinden, müssen wir einstellen.“

Ministerin Giffey hatte das Förderprogramm umstrukturiert, kommunale Projekte können künftig mehr Geld erhalten – allerdings auf Kosten der Modellprojekte. „Das Problem ist nicht die Stärkung kommunalen Engagements, sondern die Kürzung bei den zivilgesellschaftlichen Trägern und die spaltende Wirkung der aktuellen Programmpolitik“, sagt Katharina Debus von Dissens – Institut für Bildung und Forschung. Der Verein setzt seit 30 Jahren Bildungsprojekte zu Geschlecht und Diskriminierung um, unter anderem zu geschlechterreflektierter Rechtsextremismusprävention, und ist durch die aktuelle Politik existenziell bedroht. Debus fordert: „Die zivilgesellschaftlichen Träger müssen unabhängig von den politischen Konjunkturen in den Kommunen sein.“ Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio Stiftung ergänzt: „Wir setzen darauf, dass die Haushaltspolitiker in der Bereinigungssitzung am 14. November die Mittel für das Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ deutlich erhöhen.“

Zudem fordern die Unterzeichner*innen eine langfristige strukturelle Förderung für bereits bewährte und erfolgreiche Träger, ein transparentes System der Bewertung von und Entscheidung über Förderzusagen sowie einen Beirat aus Trägerorganisationen, die Einfluss auf die zukünftige Programmgestaltung nehmen können.

Link zum Offenen Brief: www.demokratie-mobilisieren.de


Hintergrund

„Demokratie leben!“ ist das zentrale Bundesprogramm zur Bekämpfung von Extremismus und zur Demokratieförderung, angesiedelt beim Bundesfamilienministerium. Die erste Förderperiode des Programms begann 2015 und läuft 2019 aus. In diesem Jahr hat das Programm ein Budget von 115,5 Millionen Euro. Die geplanten Kürzungen für 2020 wurden – nach erster Kritik der Träger – Anfang Oktober zurückgenommen, dem Programm stehen nun erneut über 115 Millionen Euro zur Verfügung – allerdings nur für das kommende Jahr. Perspektivisch soll das Budget gekürzt werden.

Für ein Gesetz zur dauerhaften Förderung, das sogenannte Demokratiefördergesetz, hatte sich bereits Franziska Giffeys Amtsvorgängerin Manuela Schwesig (SPD) ausgesprochen. Laut SPD blockieren die Unionsparteien die Einführung des Gesetzes.

https://www.demokratie-leben.d...
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/a...

Das war unser Sommerfest 2019!