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Der Mahnmal-Brunnen
(Künstlergruppe ODIOUS, 1996)
Zerbrochene Bilderrahmen aus Stahl, ausgestanzt wurde das Wort „entartet“, durch spiegelverkehrte Anordnung ist das Wort „ART“ zu erkennen.
Ist hier Kunst vernichtet worden?
Nach dem Abschluss der Olympiade 1936 veranlasst Hitler einen „Säuberungskrieg“ auf kulturellem Gebiet.
Alle modernen Abteilungen der Museen werden für den Publikumsverkehr geschlossen. In einer Propaganda-Ausstellung werden die besten Werke der neueren Kunst verächtlich gemacht. In engen Ausstellungshallen hängen, mit hässlichen, wüsten Kommentaren versehen, kunterbunt und über- und durcheinander, die Werke von Künstlern wie Nolde, Schmitt, Rotluff, Kirchner, Kokoschka, Corinth, Barlach, Grosz,
Chagall und Kansdinsky und andere. Sie wurden der Öffentlichkeit als „undeutsch“
und „entartet“ präsentiert.
16.558 Bilder, Plastiken und Grafiken wurden im September 1937 im Viktoria Speicher der Berliner Hafen- und Lagerhaus A.G. in der Köpenicker Straße 24a in Berlin Kreuzberg eingelagert. Es folgten unter Leitung von Goebbels umfangreiche einträgliche Kauf- und Tauschaktionen. Am 20 März 1939 als das Depot wegen Einsturzgefahr der Decken geräumt werden musste, segnete Goebbels die Verbrennung der restlichen“ unverwertbaren“ Werke ab. 1.004 Ölgemälde sowie 3.825 Aquarelle, Zeichnungen und Grafiken sollten auf dem Hof der Hauptfeuerwache in der Lindenstraße 40/41 verbrannt werden.
Ob dies dann letztendlich stattgefunden hat, lässt sich nicht eindeutig belegen. Es gibt einige Hinweise auf eine Verbrennung im Hofe der Hauptfeuerwache in der Lindenstraße am 20. März 1939. Offiziell ist von einer „Löschübung“ die Rede. Durch die Kriegswirren sind die Unterlagen der Feuerwache vernichtet worden und andere Aufschluss gebende Dokumente verschollen.
Für die Verbrennung spricht, dass keines der beschlagnahmten und zur Verbrennung freigegebenen Kunstwerke je wieder aufgetaucht ist. |