Jugendsozialarbeit
  

Kreuzberger Jugendliche türkisch/arabischer Herkunft wachsen häufig mit einer kulturellen Zwiespältigkeit auf. Traditionelle Werte und Handlungsmuster, die ihnen vermittelt wurden, prallen mit den Erfahrungen im Alltag zusammen. Soziale Integration ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe der Jugendlichen.



Sie stellen sich die Fragen
 
Wie lebt man als Türke/Araber in Deutschland, ohne die kulturellen Wurzeln zu verleugnen und dennoch in das gesellschaftliche Leben integriert zu sein?
 
Was ist Integration, was bedeutet es für mich?
 
Wie kann meine befriedigende Lebensperspektive aussehen, was ist meine Zukunft hier in Deutschland, wie erreiche ich meine Ziele?
 
Was unterscheidet mich von den Anderen, was verbindet mich?
 
Was sind die Unterschiede zwischen Respekt und Angst?

 
Diese Fragen können selten allein beantwortet werden. Die Eltern, das Erziehungs- und Bildungssystem und die Gesellschaft sind oft damit überfordert. Es ist relativ einfach zu beantworten, was man nicht darf. Das WAS und WIE nicht.

Jugendliche probieren aus, welche Grenzen überschritten werden können, welche sind verschiebbar (learning by doing), welche Reaktion erfolgen darauf. Die Handlungsunsicherheit der Eltern, Schule, Polizei, Sozialarbeiter lassen häufig klare Grenzen und nachvollziehbare Interventionen vermissen. Bei fehlenden Handlungsalternativen werden die bewusst oder unbewusst gesuchten Grenzerfahrungen der Jugendlichen heftiger ausfallen. Die Reaktion des Umfeldes auch. Ausgrenzung und Stigmatisierung der Jugendlichen ist die Folge.

Die Jugendlichen ziehen sich in „ihr Ghetto“ zurück und entwickeln eine Nischenkultur mit eigenen Regeln und Normen. Dabei ecken sie sowohl mit der deutschen Rechtsnorm als auch bei den Eltern an. Aus diesem Teufelskreislauf versuchen die Mitarbeiter der sozialintegrativen Gruppenarbeit den Jugendlichen herauszuhelfen.



Zielgruppe

Angesprochen werden vor allem Jugendliche aus dem Umfeld des Anhalter Bahnhofes.

Durch ein einfaches Hilfeplanverfahren können die Kinder im Alter von 9 bis 13 Jahren und Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren an der sozialintegrativen Gruppenarbeit teilnehmen.



Methoden

Der Zugang zu den Jugendlichen basiert auf der Straßensozialarbeit. Das heißt, die Pädagogen begeben sich dorthin, wo die Jugendlichen sich aufhalten. Das kann auf der Straße, in Freizeiteinrichtungen, Hausfluren, Internetcafés... sein.

Für die jüngere Zielgruppe wird ein Bedarf von der Fanny-Hensel-Grundschule, die sich in der Nähe befindet, geäußert. Die Kinder der 5. und 6. Klassen werden u. a. in ihren sozialen, persönlichen und schulischen Kompetenzen gestärkt, so dass sie für den Schulwechsel in die Oberschule gut vorbereitet sind.

Durch die regelmäßigen Besuche an ihren Treffpunkten und Aktionen im Freizeitbereich wird eine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen. Dieses ist die Grundlage für die Einzelfall-, Kleingruppen- und Elternarbeit, in denen dann konkrete Inhalte bearbeitet werden können. Themen sind dabei u.a. die Schule, Ausbildung, Gerichtsverfahren, Erziehung, Clique.... Die Gruppenräume in der Bernburgerstraße 35 werden regelmäßig von den Jugendlichen für Freizeitgestaltung, die Erledigung von Hausaufgaben und Gespräche genutzt.



Mitarbeiter/innen

Das Team der mobilen Jugendsozialarbeit besteht aus zwei Mitarbeitern und einer Mitarbeiterin unterschiedlicher Kulturen (deutsch/arabisch/türkisch).

Auf unserer Kontaktseite stellen sie sich vor.