Ab Frühjahr 2011 wird von der Jugendbildungsstätte Kaubstraße
des Vereins Alte Feuerwache das Projekt »Mehrheit sucht Minderheit
sucht Mehrheit« durchgeführt. Das Projekt wurde im Rahmen des
Bundesprogramms »Toleranz fördern – Kompetenz stärken«
aus einer Vielzahl von Anträgen im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens
durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
ausgewählt.
Ziele des Modellprojektes sind die Thematisierung gesellschaftlich relevanter
Probleme wie Minderheits- und Mehrheitsgesellschaft, Stereotypen, Normen,
Werte, Problematik Ethnisierung sozialer Konflikte, Überprüfung
bestehender Ressentiments und die Entwicklung von nichtabwertenden und
möglichst gewalt- und hierarchiefreien Umgangsweisen.
Entwickelt und erprobt werden Modelle inter- und intrakulturellen Lernens.
Die Jugendlichen sollen sich als Individuen mit diversen Biografien und
identitätsstiftenden Zugehörigkeiten wahrnehmen und respektieren
lernen. Im Sinne einer inklusiven Pädagogik ist Heterogenität
der Gesellschaft als gegebene Normalität zu betrachten, die eine
Bildung verlangt, deren wesentliches Prinzip die Wertschätzung von
Diversität ist. Sie kommt weitgehend ohne Kategorien der ethnischen,
kulturellen und sozialen Zuschreibungen aus.
Das Projekt ist in 3 Bestandteile gegliedert: innerhalb der ersten beiden
Jahre werden sichunterschiedliche Gruppen von Jugendlichen in fünftägigen
Veranstaltungen in der Bildungsstätte mit ihrer eigenen Lebenswelt,
Bildern von Anderen, Ausgrenzungen, Normen, Werten, Ethnisierung von Konflikten
auseinandersetzen. Es entstehen Profile dieser Jugendliche/Gruppen, die
die Basis der aufzubauenden Internet-Plattform (Partnerbörse) bilden.
Nach der ersten Phase der Veranstaltungsdurchführung mit Jugendgruppen
in der Bildungsstätte und parallel zu der zweiten kontinuierlichen
Phase der Bestückung, Begleitung und Betreuung der Internet-Plattform
sollen in der dritten Phase (nach ca. 2 Jahren) Begegnungen von Jugendlichen
in mehrtägigen Seminaren in der Bildungsstätte oder an anderen
Orten in den Lebensräumen der Jugendlichen stattfinden.
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