Hilfen zur Erziehung
  

Der Bereich der Hilfen zur Erziehung beinhaltet ein breites Spektrum von Hilfsangeboten der Kinder- und Jugendhilfe. Diese sind im Kinder- und Jugendhilfegesetz verankert. Der Zweck dieser Hilfen besteht darin, Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen. Eine solche Unterstützung ist in der Regel kostenlos und wird durch das zuständige Jugendamt gewährt.
Wir bieten verschiedene Hilfsangebote an:
 
soziale Gruppenarbeit
Erziehungsbeistand / Betreuungshilfe
sozialpädagogische Familienhilfe
intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
Elterncoaching - Wiederherstellung der elterlichen Autorität

Diese Hilfen werden durch qualifizierte und erfahrene Fachkräfte durchgeführt. Hierbei legen wir besonderen Wert auf die Herausarbeitung und Umsetzung von lebensweltbezogenen und kultursensiblen Arbeitsansätzen.


Soziale Gruppenarbeit

Diese Maßnahme richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 16 Jahren in schwierigen Situationen.


Zielgruppe

Wir wenden uns insbesondere an Kinder und Jugendliche, die in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, und die einen geschützten Raum zum Ausprobieren von Aktivitäten und zum Erproben sozialer Erfahrungen brauchen.
 

Voraussetzung ist die Bereitschaft etwas ändern zu wollen und gemeinsam mit anderen Kindern regelmäßig die Gruppennachmittage zu besuchen. Das Gruppenangebot beinhaltet keine spezifischen Zugangsvoraussetzungen, wir orientieren uns an den Ressourcen und Fähigkeiten der Einzelnen.


Aufgaben und Inhalt

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit besteht im Wesentlichen aus folgenden Elementen:
  
Arbeit in der Gruppe (Sozialverhalten)
Elternarbeit (Beratung und Unterstützung in erzieherischen Fragen)
Einzelarbeit
Kooperation (Jugendamt, Schule, Hort, Freizeit, usw.)
Qualitätssicherung (Teamsitzungen, Fallteams, Supervision, Fortbildungen, usw.)


Das Gruppenangebot
 
Unterstützung der Kinder und ihrer Familien bei der Beseitigung von Schuldefiziten durch Schularbeitshilfe und die Vermittlung effizienter Lerntechniken
 
Unterstützung der Lehrer/innen beim Umgang mit schwierigen Schüler/innen
 
Förderung der Kooperation zwischen der Schule und den Familien
 
die Kinder lernen miteinander zu leben – nicht gegeneinander
 
durch Gruppenübungen wird die Bereitschaft Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen erhöht
 
der Umgang mit Konflikten in der Gruppe wird geübt, gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt und gemeinsam trainiert
 
durch das Angebote einer sinnvollen Freizeitgestaltung wird kritisch das bisherige Freizeitverhalten hinterfragt und angeregt, nachhaltig etwas daran zu ändern
 
Auseinandersetzungen mit dem Leben zwischen den Kulturen, dem so genannten Spagat der Kulturen, werden thematisiert, Probleme benannt und Wege aufgezeigt
 
in Einzelberatungen bieten wir die Möglichkeit über Alltagsprobleme zu reden
 
wir beraten die Eltern im Umgang mit Ämtern


Anmeldung
 
die Erziehungsberechtigten stellen einen Antrag beim zuständigen Jugendamt
bei der Kontaktaufnahme zum Jugendamt können wir behilflich sein
das Gruppenangebot ist kostenlos
die Laufzeit der Gruppe beträgt durchschnittlich 18 Monate



Erziehungsbeistand / Betreuungshilfe

Bei dieser Hilfe steht das Kind oder der Jugendliche im Fokus. Gemeinsam mit einer Helferin oder einem Helfer werden individuelle Problemlagen erörtert und Lösungswege gesucht.
In der Regel wird diese Hilfe bei folgenden Problemlagen gewährt:
 
Integrationsprobleme
Schul- und Lernschwierigkeiten
Kontaktprobleme
Entwicklungsverzögerung
Verhaltensauffälligkeiten
Verselbstständigungsprobleme
Psychische Krisensituationen

Die Betreuung findet in der Familie und im Umfeld, z.B. der Schule und der, Freizeiteinrichtungen statt. Unser Bestreben ist es, die Ressourcen des Kindes, bzw. des Jugendlichen, aber auch der Familien, zu stärken. Dazu gehören u.a. Elterngespräche, gemeinsame Aktivitäten mit Eltern und Geschwistern sowie das Bearbeiten von Erziehungsfragen und Familienproblemen.



sozialpädagogische Familienhilfe

Wir unterstützen die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und deren Familie durch sozialpädagogische Familienhilfe, insbesondere wenn 
 
Erziehungsschwierigkeiten    
Schulprobleme
Partnerkonflikte
Suchtproblematik
seelische und körperliche Entwicklungsstörungen und
Gewalt
 
den Familienalltag belasten. Die Familienhelfer/innen unterstützen und begleiten die Familien und helfen bei der Lösung von Konflikten und der Bewältigung von Krisen. 

Gemeinsam werden die individuellen Potenziale und Ressourcen der Familienmitglieder erschlossen und sichtbar gemacht. Es werden lebensweltbezogene soziale Netzwerke geknüpft, die es der Familie ermöglichen, ihre Probleme aus eigener Kraft zu lösen. 

Unsere Arbeit ist ressourcenorientiert. Wir helfen neue Sichtweisen und eigene Strategien zur Lösung von Konflikten zu erarbeiten und konzentrieren uns dabei auf die individuellen Fähigkeiten und Potenziale der einzelnen Familienmitglieder. Mögliche Veränderungen in den Beziehungsstrukturen werden mit Blick auf sinnvolle und realistische Entwicklungsperspektiven thematisiert.
 
 
 


Intensive Einzelbetreuung


Die intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung bietet Jugendlichen und jungen Volljährigen ein Hilfeangebot, die sich den traditionellen Hilfsangeboten entziehen.
Die Problemlagen dieser Jugendlichen können dabei durch drastische Merkmale wie:
 
 
Aggressivität
Trebegang/ Obdachlosigkeit
Delinquenz
Suchtverhalten 

gekennzeichnet sein. Die Besonderheit der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung liegt in der Intensität der Unterstützung. Im Mittelpunkt steht der Einzelkontakt mit den Jugendlichen. Die wesentlichste Grundbedingung dieser Hilfe ist die freiwillige Zusage des Jugendlichen das Hilfeangebot anzunehmen. Die Hauptaufgabe der Helferin oder des Helfers besteht in der Stärkung des jungen Menschen und im Aufbau von tragfähigen Netzwerken.



Elterncoaching - Wiederherstellung der elterlichen Autorität

Das Trainingsprogramm: „Wiederherstellung der elterlichen Autorität“ richtet sich an Eltern, die sich anhaltend in einem Machtkampf mit ihrem Kind bzw. ihren Kindern verwickelt haben.
Dieser Machtkampf kann dabei auch aggressive Züge tragen. - So ist es möglich, dass die Eltern von ihren Kindern bedroht oder sogar geschlagen werden. Ebenso ist es möglich, dass sich die Gewalt zwischen den Geschwistern abspielt.

Bei eingehender Betrachtung wird schnell deutlich, dass die Eltern im Verlauf der Erziehung, meist über den Zeitraum von mehreren Jahren, stark an Autorität und Einfluss gegenüber ihren Kindern verloren haben. Das Familienleben wird durch das Verhalten der Kinder sehr stark negativ beeinflusst. Einige Eltern betonen, dass sie sich zeitweilig durch das Verhalten ihrer Kinder regelrecht tyrannisiert fühlen.

Sie wissen nicht mehr wo sich ihre Kinder aufhalten, womit sie sich beschäftigen oder mit welchen Freunden sie sich umgeben. Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder nur noch auf massive Interventionen reagieren. Die Eltern fühlen sich hilflos und „an die Wand gedrängt“ – sie wissen nicht mehr was sie tun sollen um die familiären Auseinandersetzungen in den Griff zu bekommen.

Die Erscheinungsformen dieser Problematik sind sicherlich vielfältig. In der Fachliteratur findet sich hierzu häufig folgendes Szenario:
 
Die Familie befindet sich schon lange Zeit in der Problemphase. Die Beziehung zum Kind ist geprägt durch massive Auseinandersetzungen und schwindenden Einfluss der Eltern. Die Eltern haben schon sehr viel versucht, um die Probleme zu bewältigen; vor allem haben sie viel mit ihren Kindern geredet. Die Kinder reagieren fast überhaupt nicht mehr auf Ansprache. Stattdessen nehmen die Probleme immer mehr zu. Sie beginnen beispielsweise die Schule zu schwänzen, sind in zahlreiche Delikte verwickelt und haben einen Freundeskreis, der den Eltern fast unbekannt ist. Sie halten sich kaum noch an die häuslichen Regeln.
Der Respekt zu den Bezugspersonen wird immer geringer, verbale Beleidigungen sind zunehmend Teil der Auseinandersetzung. Häufig kommt es zu Erpressungen der Eltern durch Symptomverhalten – „wenn Du nicht machst, was ich sage, dann schwänze ich weiterhin die Schule“ -, Gewalt, bzw. verbale oder physische Exzesse der Kinder. Die Eltern fühlen sich völlig hilflos. Es hat den Anschein, dass sie den Kampf um ihre Autorität verloren haben.
Teilweise versuchen die Eltern, ihre Kinder durch Gewalt in den Griff zu bekommen. Diese Gewalt ist ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Sie fühlen sich nach Gewaltanwendung zumeist schlecht und haben große Schuldgefühle.
Die Kinder sind evtl. schon durch Gewalt- oder Drogendelikte auffällig geworden.

Hier setzt unser Trainingsprogramm an. Es hilft den Eltern dabei, ihre Autorität wiederzuerlangen.
Die Eltern durchlaufen ein 6-monatiges Trainingsprogramm, in dem sie, durch gezielte und passgenaue Hilfestellungen, ihre elterliche Präsenz und somit auch ihre Autorität stärken bzw. wiederherstellen. Die Interventionen sind gewaltfrei und so gestaltet, dass sie jegliche Eskalation des Konfliktes weitestgehend vermeiden und dennoch hoch wirksam sind. Dabei werden die Eltern von den Expertinnen und Experten engmaschig gestützt und beraten. 


Infoflyer - Elterncoaching
Wiederherstellen der elterlichen Autoriatät

Coaching-Elterninfo.pdf
Coaching-Elterninfo-türkisch.pdf
Coaching-Jugendamtinfo.pdf



Weitere Informationen


Izabela Wieczorek

Alte Feuerwache e.V.
Axel-Springer-Strasse 40/41
10969 Berlin-Kreuzberg
 

Tel.: +49 (0) 30/ 25 39 92 57
Fax: +49 (0) 30/ 25 39 92 40